Am 13.März trafen sich 60 Mitglieder des Radfahrerclubs zur jährlichen Hauptversammlung im prall gefüllten Nebenzimmer der Napo-Bar. Daniela Gerstner, die 1.Vorsitzende, begrüßte alle Anwesenden und gab, sichtlich schweren Herzens, bekannt, dass sie bei der anstehenden Neuwahl nicht mehr zur Verfügung stehen werde. In den Jahren ihrer Vorstandschaft hatte der Höhenflug des Vereins nochmal mehr an Fahrt aufgenommen. Langanhaltender Applaus bezeugte die Dankbarkeit aller Vereinsmitglieder. Glücklicherweise fand sich für die erfolgreiche Daniela Gerstner nach den ausgerichteten Neuwahlen ein Nachfolger, der in letzten Jahren bereits sehr viel Engagement ins Vereinsleben eingebracht hat. Der bisherige Kassenwart, Sebastian Ruf, ließ sich zur Wahl des ersten Vorstands aufstellen und wurde einstimmig mit dem neuen Amt beauftragt. Michael Hauber und David Lischka belegen weiterhin die Posten als Zweiter und Dritter Vorstand, Kassier wurde Max Schwarz.
Die einzelnen Spartenleiter stellten nochmals kurz die Ereignisse und Erfolge des Vorjahres dar. Die extreme Vielseitigkeit des Vereins mit Aktivitäten durch alle Altersklassen und die verschiedensten Arten des Radsports zeugen von hoher Organisationskraft und viel Herzblut in der Sache. 2025 waren durchschnittlich 32 Kinder pro MTB-Trainingseinheit auf dem Rad. Unzählige Rennen wurden von Kindern und Erwachsenen bestritten. Rennrad, Gravel, Crossrad, XC-MTB, Enduro, Downhill, aber auch die traditionelle Hochradgruppe bereichern das Vereinsleben. Von ungefähr 300 Vereinsmitgliedern sind derzeit 93 im Kindesalter.
Natürlich kann man Gutes immer noch etwas besser machen. So ist das geplante Jahrespensum des Vereins für 2026 sehr ambitioniert und ein Spiegelbild der weiterhin stark angestiegenen Mitgliederzahl. Die Übernahme der alten Tennishalle in der Wiesenstraße gilt als weiterer Meilenstein. Auch die Weißenburger Skateboarder, bislang ohne Dach über dem Kopf, zogen nicht nur mit in die Halle ein und errichteten sich dort einen eigenen Übungsparcour, sondern traten auch gesamt als eigene, weitere Sparte in den RC Germania ein. Ein wundervoller Synergieeffekt, können nun alle Vereinsmitglieder einfach gegenseitig in eine verwandte Sportart hineinschnuppern.
Frauen auf dem Rennrad: es werden immer mehr, der Aufwärtstrend berührt alle Geschlechter. Aber noch weniger als bei den Männern wagen Hobbyfahrerinnen den Einstieg in ambitioniertes Training mit der Absicht, auch an Wettkämpfen zu starten. Für Mirka Sonntag, Daniela Gerstner, Antonia Hanke und Anna Seitz ist es ein besonderes Anliegen diese Situation zu verbessern. Die ambitionierten Rennradfahrerinnen möchten allgemein mehr Frauen zum Radsport animieren und auch zur Teilnahme an Wettkämpfen begeistern. Nun suchte die Gruppe den RCG als erfahrene Organisation auf um diese Ziele umzusetzen und sie traten endgültig alle dem Verein bei. Die Gruppe hat schon Wettkampferfahrung, hat bereits 24 Stunden Rennen in einer Mixtstaffel absolviert. Fest geplant ist für dieses Jahr eine reine Frauenstaffel beim 24 Stunden Rennen in Kelheim. Der Verein freut sich sehr über diesen Zuwachs und wird die Athletinnen nach aller Kraft unterstützen.
Die historische Hochradgruppe um die Familie Philipp hat ein kleines Luxusproblem. „Wir könnten gar nicht noch mehr Nachwuchs unterbringen, so viele Räder haben wir schlichtweg nicht“, erklärte Manuel Philipp. Es kommt ja auch der eigene Nachwuchs auf das riesige Vorderrad. Natürlich ist aber jeder willkommen, der oder die mal eine Probefahrt auf den Hochrädern absolvieren will.
Das Organisationsteam des RC Germania wird 2026 noch ein paar Rekorde draufsetzen. Bereits am 11.-12.April wird ein erstes überregionales Enduro Rennen in Treuchtlingen unterstützt. Der Weißenburger Sporteventveranstalter Baboons kam auf den RCG zu mit dem Vorschlag, ein Rennen in der Rennserie „Enduro One“ zu übernehmen. Ein Veranstalter im Schwarzwald ist kurzfristig ausgefallen. Warum sollten die zwei erfahrenen Organisationsformen aus Weißenburg nicht mal kooperieren und die vorhandene Infrastruktur nutzen? Das Specialized Enduro im Oktober bleibt hiervon unberührt und wird zum 15. Mal angeboten werden.
„Train the Trainer“ – unter diesem Motto bietet der RC seinen Trainern zum wiederholten Mal eine praxisbezogene Weiterbildung durch eine professionelle MTB-Instruktorin.
Bereits laut geflüstert wird eine kleine Sensation: etwa 30 Jahre nach der letzten offiziellen Austragung eines MTB XC-Rennens in den 90gern kommt diese olympische Disziplin zurück nach Weißenburg. Im Rahmen einer Cup-Reihe wird der RCG im Mai ein Rundstreckenrennen für viele Altersklassen ausrichten.
Auch die Schulsportmeisterschaften MTB werden vom RCG in der Umgebung tatkräftig begleitet und unterstützt.
Weißenburg und Radsport, seit 1894 eine Erfolgsgeschichte
